Mobilitaet und Verkehr im demografischen Wandel
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Im Jahr 2050 wird in Oesterreich rund ein Drittel der Bevoelkerung aelter als 60 Jahre alt sein. Das hat grossen Einfluss auf die Verkehrsentwicklung und die Mobilitaet der Bevoelkerung. Analysiert wird, welche Auswirkungen die Veraenderungen in der Altersstruktur auf das Mobilitaetsverhalten und die Verkehrsmittelwahl haben werden, was dies fuer die Entwicklung des oeffentlichen Verkehrs bedeutet, ob die Dominanz des Autoverkehrs weiter ansteigen wird, welchen Einfluss die Veraenderungen auf die Verkehrssicherheit haben und warum die Frage der Barrierefreiheit an Bedeutung gewinnt. Es wird zudem gezeigt, was verkehrspolitisch Verantwortliche tun koennen, um auch in Zukunft Mobilitaet fuer alle Menschen sicherzustellen. Die vom demografischen Wandel mit beeinflussten Mobilitaetstrends lassen eine steigende Automobilitaet erwarten. Ein Grund dafuer ist die Zunahme an Fuehrerscheinbesitzenden. Gleichzeitig ist mit einem steigenden Bedarf an oeffentlichem Verkehr zu rechnen, denn die Lebenserwartung steigt und im hoeheren Alter ist die Automobilitaet eingeschraenkt. In den alt-industrialisierten Laendern Europas ist ein Rueckgang oder eine Stagnation der Bevoelkerungszahl zu erwarten, wobei die Ballungsraeume einen Zuwachs und die strukturschwachen Regionen Reduktionen verzeichnen werden. Neben dem demografischen Wandel sind fuer die Mobilitaet die Entwicklung der Wirtschaft, die Flexibilisierung der Arbeit, Zuwanderungs- und Integrationspolitik sowie sich aendernde Werte wichtige Faktoren. Der oeffentliche Verkehr wird mehr bedarfsorientierte Bedienungsformen aufweisen muessen. Barrierefreiheit und Einfachheit der Benutzung sind wesentliche Kriterien fuer ein optimales oeffentliches Verkehrssystem. Fuer Menschen im Alter von mehr als 65 Jahren sind die eigenen Beine das wichtigste Fortbewegungsmittel. Barrierefreiheit in baulicher, ergonomischer und sensorischer Hinsicht nimmt daher angesichts des demografischen Wandels an Bedeutung zu. Die Verkehrsteilnahme aelterer Menschen ist oft durch zunehmende koerperliche Beeintraechtigungen, vor allem des Sehens, des Hoerens und aufgrund von Medikamenteneinnahme, gekennzeichnet. Die Kompensation dieser Schwaechen durch Erfahrung hat Grenzen und zudem sind aeltere Menschen deutlich verletzungsanfaelliger als andere, was sich auch in deren hoeherem Toetungsrisiko ausdrueckt. Vor allem in strukturschwachen laendlichen Gebieten wird die Versorgung mit Guetern des taeglichen Bedarfs nicht mehr flaechendeckend erfolgen, weshalb die Pkw-Nutzung weiter ansteigen wird. Wer nicht automobil sein kann oder darf, wird sich auf einen auf die lokalen Verhaeltnisse angepassten bedarfsorientierten oeffentlichen Verkehr und die eigenen Beine verlassen muessen. Wien wird im Jahr 2050 eine Zwei-Millionen-Stadt sein. Die sich daraus ergebenden verkehrsorganisatorischen und verkehrsplanerischen Herausforderungen heissen kindergerechtes und damit fehlertolerantes Verkehrssystem, Pricing-Massnahmen fuer den motorisierten Verkehr und konsequentes Vorantreiben des oeffentlichen Verkehrs, des Gehens und des Radfahrens. (KfV/A)
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