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2026 book-chapter

Dschungel, Ur- und Regenwald

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Verglichen mit dem, was er im botanischen oder geografischen Sinn bezeichnen soll, ist der Dschungel als Begriff recht jung. Das Wort wurde im 18. Jh. im Zuge der britischen Kolonisierung Indiens von Hindi jangal (‚Ödland‘, ‚Wald‘, von altind. jangala, ‚wasserarme, menschenleere, unfruchtbare Gegend‘; Kluge 2011, 219) abgeleitet und im 19. Jh. aus dem englischen jungle für den deutschen Sprachgebrauch entlehnt. Über die Konnotation des Unkultivierten wandelte sich die Bedeutung des Begriffs zu einem ‚wild bewachsene[n] Land‘ (ebd.) mit dichter und verworrener Vegetation. Seit dem 19. Jh. ist der Dschungel mit den Topoi botanischer und zoologischer Wildnis und Fülle, des naturgewaltigen, regelfreien Chaos sowie eines dichten Gewirrs oder Gestrüpps im übertragenen Sinn verknüpft. In allen Fällen ist ihm eine gewisse Bedrohung für den Menschen eigen, der sich in ihm bewegen will. Dies evoziert zugleich die Idee seiner Bezwingung, Eroberung und Bändigung. Das im Anschluss an Rudyard Kiplings Jungle Book (1894/1895) oft zitierte ‚Gesetz des Dschungels‘ (bei Kipling ist allerdings nur vom ‚Gesetz der Wölfe‘ die Rede) prägte schließlich das Bild eines Ortes, an dem unberührte Natur bzw. Natürlichkeit mit der Herrschaft des Stärksten zusammenfällt. Als ein solches Konzept verweist der Dschungel jeweils auf eine vorgängige, natürliche Ordnung, die einer menschlich geprägten, zivilisatorischen oder auch nur sozialen Perspektive gegenübersteht. Als Landschaft sei er gar in der Lage, das im Menschen angelegte Böse, seine niedersten Instinkte hervorzukehren.

Ce résumé expose les affirmations des auteurs. BNTIC ne l’interprète pas comme une validation indépendante des résultats.

Contrôle bibliographique ouvert

DOI retrouvé dans Crossref DOI retrouvé ; titre concordant.

Titre Crossref
Dschungel, Ur- und Regenwald
Date Crossref
01/01/2026
Éditeur
J.B. Metzler
Type
book-chapter

Ce recoupement confirme des métadonnées liées au DOI. Il ne confirme ni la méthode ni les conclusions de l’étude et ne compte pas comme une seconde source scientifique indépendante.

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Sujets associés

Ecology, Conservation, and Geographical StudiesEcocriticism and Environmental LiteratureGerman Colonialism and Identity Studies

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