Klinischer Nutzen von Capivasertib plus Fulvestrant bei einer stark vorbehandelten Patientin mit PTEN-mutiertem, hormonrezeptorpositivem NSMP-Endometriumkarzinom: Ein Fallbericht
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Einleitung Endometriumkarzinome sind die häufigsten Tumorentitäten im weiblichen Genitaltrakt. Molekularpathologisch ist das Endometriumkarzinom eine heterogene Gruppe, welches bereits anhand der ProMisE Kriterien in 4 Subtypen eingeteilt wird. Die Subgruppe der NSMP-Karzinome (no specific molecular profile) ist regelmäßig mit Mutationen im PI3K/AKT Pathway, wie beispielsweise der hier diskutierten Mutation im PTEN-Gen, assoziiert. Der klinische Nutzen einer gezielten AKT-Inhibitor-Therapie (Capivasertib) bei PTEN mutierten Endometriumkarzinomen soll anhand des vorliegenden Falls dargestellt werden. Material und Methode Es handelt sich um eine retrospektive Fallanalyse mit Datenauswertung von einer Patientin, welche im Rahmen eines Endometriumkarzinoms an der Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Innsbruck behandelt wurde, sowie eines Comprehensive tumor profiling am Institut für Humangenetik durchlaufen ist. Ergebnisse Eine 67-jährige Patientin, 15 Jahre zuvor erstdiagnostiziert mit endometroidem hormonrezeptorpositivem NSMP-Endometriumkarzinom, wurde mit 6 vorangehenden systemischen Therapielinien, nach durchgeführter Hysterektomie und beidseitiger Salpingoovarektomie, sowie anschließender Brachytherapie (3x7 Gy), wie folgt behandelt: Radiochemotherapie mit Cisplatin q1w, 6 Zyklen Lenvatinib+Pembrolizumab q3w, 6 Zyklen Carboplatin+Paclitaxel+Bevacizumab q3w, 6 Zyklen pegyliertes liposomales Doxorubicin q3w, 6 Zyklen Paclitaxel q1w+Bevacizumab q2w und schließlich 8 Zyklen Trastuzumab-Deruxtecan q3w. Unter gezielter Therapie mit Capivasertib 400mg täglich und Fulvestrant 500mg monatlich zeigt sich erstmalig eine CT-tomographisch deutliche partielle Remission (RECIST-Kriterien) pulmonal, hepatal, sowie lymphonodal 3 Monate nach Therapiestart. Bei der Patientin liegt eine nachgewiesene pathogene Mutation “PTEN c.165-1 G>T“ mit einer Allelfreuquenz von 51% vor. Der genannten loss-of-function Mutation im PTEN Tumorsupressorgen kann mit einer zielgerichteten AKT-Inhibitor Therapie (Capivasertib) entgegengewirkt werden. Schlussfolgerung Trotz gesicherter Wirksamkeit beim hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen Mammakarzinom ist die Evidenz für AKT/PI3K-gerichtete Therapien beim Endometriumkarzinom bislang begrenzt. Die molekularpathologische Klassifizierung ist jedoch essenziell und zeigt besonders bei NSMP-Endometriumkarzinomen häufig pathogene Alterationen im PI3K/AKT-Signalweg. Im vorliegenden, stark vortherapierten Fall führte die Kombination aus Capivasertib und Fulvestrant erstmals zu einer deutlichen partiellen Remission. Dies unterstreicht das Potenzial dieses zielgerichteten Ansatzes und spricht für weitere systematische Untersuchungen. Publication History Article published online: 25 March 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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- Titre Crossref
- Klinischer Nutzen von Capivasertib plus Fulvestrant bei einer stark vorbehandelten Patientin mit PTEN-mutiertem, hormonrezeptorpositivem NSMP-Endometriumkarzinom: Ein Fallbericht
- Date Crossref
- 25/03/2026
- Éditeur
- Georg Thieme Verlag KG
- Type
- proceedings-article
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