Die Interoperabilität nimmt zu
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Wer von Ihnen hat in den letzten Monaten nicht mindestens einmal gedacht: „Ich komme mit den vielen elektronischen Hilfssystemen kaum noch hinterher“? rtCGM, AID, Smartpens, Pumpen-Updates, neue Sensoren – parallel dazu hohe Erwartungen unserer Patient:innen, am besten alles „per App“ steuerbar. Was heißt das für unseren Alltag in Hausarztpraxis und Diabetes-Schwerpunktpraxis? Zum einen: Die Richtung ist klar. Die Interoperabilität nimmt zu – Sensoren, Pumpen und Smartpens „sprechen“ immer häufiger miteinander, zumindest in den Roadmaps der Hersteller. Beispielhaft sind hier u. a. die Kopplung des neuen Medtronic-Sensors Simplera Sync an die MiniMed 780 G, der FreeStyle Libre 3 Plus mit Schnittstellen zu AID-Systemen und Smartpens sowie angekündigte Kooperationen wie Abbott und Tandem (t:slim X2 mit Control-IQ). Für unsere Patient:innen bedeutet das perspektivisch weniger „Insel-Lösungen“ und mehr durchgängige Datenflüsse. Zum zweiten: Viele Neuerungen zielen auf den Komfort – und damit auf die Akzeptanz der Therapie. Die Möglichkeit, Pumpen per Smartphone zu steuern, Updates für die t:slim X2, die erwartete iOS-Version der mylife CamAPS-FX-App für die YpsoPump – all das adressiert sehr konkret den Alltag der Nutzer:innen. Für uns Behandelnde stellt sich dabei immer wieder die gleiche aber immens wichtige Frage: Was ist „nice to have“ – und was ist ein echter therapeutischer Mehrwert? Zum dritten: Der Markt wird breiter. Neue rtCGM-Systeme wie Suga Sense, das in Deutschland bereits verordnungsfähig ist, sowie angekündigte Systeme wie Accu-Chek SmartGuide oder GlucoMen iCan erweitern die Palette – mit unterschiedlichen Tragedauern, technischen Besonderheiten und Algorithmen. In der Praxis sehen wir dadurch zunehmend heterogene Gerätekonstellationen, die unsere Teams kennen und sinnvoll begleiten müssen. Dabei lauert eine Gefahr: Der technische Fortschritt ist schneller als unsere Versorgungsstrukturen. Schulungsprogramme, Dokumentation, Verordnungspfade. Zudem dürfen wir uns von Marketingversprechen – Stichwort nicht-invasive Glukosemessung über Smartwatches – nicht auf Abwege führen lassen: Was attraktiv klingt, ist derzeit weder als Medizinprodukt zugelassen noch klinisch belastbar. Hier sind wir gefordert, die Erwartungen der Patient:innen zu kanalisieren und evidenzbasiert zu beraten. Gleichzeitig steckt in dieser Entwicklung eine große Chance: Wenn wir die neuen Technologien bewusst einsetzen, können wir Blutzuckerverläufe besser verstehen, Insulindosierungen feiner justieren, Hypoglykämien früh erkennen und Therapieentscheidungen datenbasierter und individualisiert treffen. Was brauchen wir dafür ganz konkret? ein Minimum an Technologiewissen im gesamten Praxisteam – nicht nur bei „den Technikaffinen“ klare interne Abläufe: Wer ist Ansprechpartner:in für welches System? Wie gehen wir mit Updates um? realistische Patientenschulung: lieber wenige Kernbotschaften gut vermitteln, als alle Features im Detail erklären wollen und nicht zuletzt die Bereitschaft, sich regelmäßig ein Update zu „gönnen“ Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieses Beitrags: Wir müssen nicht jede einzelne Produktneuheit in allen Details kennen. Aber wir sollten die Prinzipien verstehen – Interoperabilität, Automatisierung, Datenintegration – und gemeinsam mit unseren Patient:innen entscheiden, welche Technologie zum jeweiligen Menschen, zu seinem Alltag und zu seinen Ressourcen passt. Mit kollegialen Grüßen Publication History Article published online: 12 December 2025 © 2025. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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Le contrôle bibliographique ouvert
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- Titre Crossref
- Die Interoperabilität nimmt zu
- Date Crossref
- 01/12/2025
- Éditeur
- Georg Thieme Verlag KG
- Type
- journal-article
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