Beckenendlage am Termin – lohnt sich der Aufwand für die Kontrolle der Sectiorate?
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Einleitung Die persistierende Beckenendlage (BEL) besteht zum Termin bei rund 4% der Einlingsschwangerschaften, ist aber nach "Z.n. Sectio" der häufigste Grund für eine primäre Sectio und die häufigste Indikation bei der Erstgebärenden. WHO, internationale Fachverbände und Expertengremien fordern zur Vermeidung mütterlicher Morbidität Anstrengungen zur Senkung der Sectiorate insbesondere bei Erstgebärenden. Was kann ein mehrstufiges, ressourcenintensives Betreuungskonzept unter Einschluss der äußeren Wendung und eines Entbindungsversuchs aus der BEL beitragen? Methoden In den Jahren 2009-2018 stellten sich 3297 Schwangere mit einem Einling in BEL und mindestens 36+0 erreichten SSW und ohne Kontraindikation für eine vaginale Entbindung zur Geburtsplanung in unserer Klinik vor. Schwangere mit einem Fetus mit Chromosomenanomalie oder schweren Fehlbildungen wurden ausgeschlossen. Die drei Möglichkeiten (A) äußere Wendung mit anschließender vaginaler Entbindung aus der Schädellage (SL), (B) Entbindungsversuch ("trial of labor"=TOL) aus der Beckenendlage und (C) primäre Sectio wurden jeweils mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen im Allgemeinen sowie den individuellen Risiken und Erfolgschancen vorgestellt. 472 Schwangerschaften wurden auf Wunsch oder Empfehlung per primärer Sectio beendet, 2638 Schwangere ließen einen Wendungsversuch durchführen, und 187 Frauen entschieden sich für einen primären vaginalen TOL aus der BEL. Ergebnisse 1512 Wendungsversuche (57,3%) verliefen definitiv erfolgreich. In 81% der Fälle (N=1224) kam es zur vaginalen Geburt aus SL, in 19% (N=285) zu einer sekundären Sectio, bei 3x nicht zu ermittelndem Outcome ("lost to follow-up"=LTFU). Nach den 1126 definitiv frustranen Wendungsversuchen entschieden sich nach nochmaliger Beratung 384 Schwangere für einen TOL aus der BEL. In 730 Fällen wurde eine primäre Sectio durchgeführt. 8 Kinder wendeten sich noch spontan und wurden vaginal aus SL geboren; 4 Fälle waren LTFU. Bei den 571 vaginalen TOL aus der BEL wurde in 19,6% (N=111) eine sekundäre Sectio nötig, und 460 Kinder wurden vaginal aus BEL geboren. Eine schwere Akutmorbidität gab es bei 1,05% (N=6) der vaginal aus BEL geborenen Kinder gegenüber 0 bei der primären Sectio; in 3 dieser Fälle (0,5%) mit zu erwartender Langzeitmorbidität. Keinen signifikanten Unterschied gab es bei der Verlegungsquote in die Neonatologie (9%); Todesfälle gab es keine. Abb.: Behandlungsverlauf bei N=3297 Schwangeren mit fetaler Beckenendlage zum Termin im UKE 2009-2018 Diskussion Insgesamt erfolgten 1692/3290 Entbindungen mit vorliegendem Outcome vaginal (51,4%). Für unsere Klinik mit einer Frequenz von Schwangeren mit BEL von ~8% entspricht dies einer Senkung der Sectiorate um 4%. In der Gesamtpopulation mit ca. 4% BEL am Termin wäre der mögliche Effekt folglich -2%, eingesparte Re-Sectiones in den Folgeschwangerschaften noch nicht einkalkuliert. Schlussfolgerung Ein zweistufiges Beratungskonzept mit Angebot sowohl der äußeren Wendung als auch eines vaginalen Entbindungsversuchs aus der Beckenendlage bedeutet einen hohen personellen und zeitlichen Aufwand, kann aber zur Senkung der Kaiserschnittrate durchaus einen substanziellen Beitrag leisten. Publication History Article published online: 10 December 2025 © 2025. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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- Titre Crossref
- Beckenendlage am Termin – lohnt sich der Aufwand für die Kontrolle der Sectiorate?
- Date Crossref
- 01/12/2025
- Éditeur
- Georg Thieme Verlag KG
- Type
- proceedings-article
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