Lungenkarzinome: Biomarker als Schlüssel zur personalisierten Therapie
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Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kolleginnen und Kollegen,mit der vorliegenden Ausgabe des Kompass Pneumologie richten wir den Fokus auf neue Entwicklungen in der Therapie des Lungenkarzinoms. Nach Jahrzehnten des therapeutischen Nihilismus haben wir uns an jährlich zunehmende Erfolgsmeldungen zum Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren und zu Fortschritten bei der zielgerichteten Therapie gewöhnt. Das Tempo der bahnbrechenden Entwicklungen hat sich unterdessen deutlich verlangsamt, es bleibt dennoch spannend. Nur ein Teil der Betroffenen erreicht unter der Immuntherapie eine langfristige und stabile Krankheitsremission. Auf der Suche nach klinischen und molekularen Markern, die das Ansprechen auf Immuncheckpoint-Inhibitoren vorhersagen können, zählen beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (non-small cell lung carcinoma, NSCLC) neben der PD-L1 (Programmed Death-Ligand 1)-Expression tumorbiologische Marker, Co-Mutationen in den Genen für KRAS (Kirsten-Rat-Sarkom-Virus-Onkogen), STK11 (Serin/Threonin-Kinase 11) und KEAP1 (Kelch-ähnliches ECH-assoziiertes Protein 1) sowie TP53 (Tumorprotein p53 ) [1]. Weitere Kandidaten sind in der Evaluation z.B. SMARCA4 (SWI/SNF-verwandter, matrixassoziierter, aktinabhängiger Chromatinregulator, Unterfamilie A, Mitglied 4) [2]. Erste klinische Studien nutzen bereits einen nach molekularem Profil stratifizierten Therapieansatz, um die Entwicklung neuer Medikamente und die individualisierte Therapie voranzutreiben.In der Erstlinientherapie stehen derzeit etliche Checkpoint-Inhibitoren als Monotherapie oder in Kombination mit Chemotherapie oder als doppelte Immuntherapie für die fortgeschrittenen Tumorstadien zur Verfügung. Unterdessen ist die Immuntherapie auch in den frühen Stadien der Erkrankung erfolgreich angekommen. Im intermodalen Setting konnte die Effektivität der Radiochemotherapie durch die Addition der Checkpoint-Inhibitoren für Tumoren mit einem PD-L1 Status ≥ 1 um etwa 10–14% gesteigert werden. In der PACIFIC-Studie wurden 5-Jahres-Überlebensraten von 42,9% im inoperablen Stadium III erreicht und bei 33,1% trat keine Krankheitsprogression auf [3]. Im perioperativen Setting ist die Situation noch unklarer. Der Einsatz von Immuntherapie als induktiver Ansatz im neoadjuvanten Setting ist deutlich effektiver als der adjuvante Ansatz. Dabei wird der Effekt im Stadium IB–IIIA hauptsächlich von der Subgruppe von Tumoren mit einer PD-L1-Expression ≥ 1 getragen (Unterschied im 5-Jahres-Überleben von etwa 10% versus Chemotherapie). Bei Erreichen eines kompletten pathologischen Response (complete pathological response, cPR) lag die 5-Jahres-Überlebensrate in der Checkmate-816-Studie bei 95%, was man gerne mit einem Ausrufezeichen versehen kann. Leider erreichten nur etwa 24% eine cPR mit einem klaren Vorteil für Tumoren mit einer PD-L1-Expression > 1 (32,6% vs. 16,7%) [4]. Weitere Studien, die die Rolle der perioperativen Immuntherapie untersuchten, konnten eine signifikante Verbesserung der pCR-Rate zeigen. Die Größenordnung der Verbesserung liegt zwischen 20% und 30% [5, 6].Die Fortschritte in diesem Bereich sind angesichts der geplanten Einführung des Lungenkarzinom-Screenings ab April 2026 besonders relevant. Mit der Einführung des Screenings steigt auch die Zahl der Patientinnen und Patienten, die für perioperative Konzepte infrage kommen. Bis zur Umsetzung eines flächendeckenden Angebots sind jedoch noch einige Hürden zu nehmen. Die finanzielle Ausstattung ist wenig ansprechend (diskutiert werden etwa 290 EUR als Pauschale) und die Qualifizierungsanforderungen an die Radiologen sind hoch.Ein Element des Screening-Programms ist unter anderem das verpflichtende Angebot zur Raucherentwöhnung. Die Integration von Maßnahmen zur Raucherentwöhnung in das Screening-Konzept unterstreicht die Notwendigkeit, präventive Ansätze stärker zu berücksichtigen und somit einen Beitrag zur Senkung der Inzidenz von Lungenkarzinomen zu leisten. Ein wichtiger Aspekt, den wir in dieser Ausgabe beleuchten möchten, ist die Perspektive psychisch kranker Raucherinnen und Raucher. Die besonderen Herausforderungen und Bedürfnisse dieser Patientengruppe verdienen besondere Aufmerksamkeit, da sie sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie spezifische Anforderungen mit sich bringen.Wir möchten Ihnen mit diesem Heft einen Überblick über die aktuellen Trends und Entwicklungen geben. Die Beiträge bieten Ihnen praxisnahe Einblicke und Anregungen. Unser Kompass in der pneumologischen Onkologie ist stets die Neugier.Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre!IhreProf. Dr. Susanne Lang
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Contrôle bibliographique ouvert
DOI retrouvé dans Crossref DOI retrouvé ; titre concordant.
- Titre Crossref
- Lungenkarzinome: Biomarker als Schlüssel zur personalisierten Therapie
- Date Crossref
- 05/12/2025
- Éditeur
- S. Karger AG
- Type
- journal-article
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