saferKONSUM – Eine Querschnittsstudie zur Vergabe von Drogenkonsumutensilien als Maßnahme des Infektionsschutzes in Deutschland, 2021
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Einleitung Um das Risiko einer Transmission von durch Blut übertragenen Infektionen beim injizierenden Drogengebrauch zu reduzieren, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Rahmen der Schadensminimierung die Vergabe von jeweils 300 sterilen Nadeln und Spritzen pro drogeninjizierender Person pro Jahr. Ziel dieser Erhebung ist es, den aktuellen Stand in Deutschland in Bezug auf diese Zielvorgabe einzuschätzen und zu erfassen, welche Art und Anzahl weiterer Drogenkonsumutensilien im Jahr 2021 vergeben wurden. Methoden Zwischen März und August 2022 führten wir eine Querschnittsbefragung unter niedrigschwelligen Einrichtungen und Trägern der Drogenhilfe in Deutschland durch. Die Art und Anzahl der ausgegebenen Drogenkonsumutensilien, das hierfür zur Verfügung stehende Budget sowie die Anzahl der im Jahr 2021 durch die Einrichtungen/Träger versorgten Personen wurden mittels Online- und papierbasiertem Fragebogen erfasst. Die Daten wurden deskriptiv statistisch ausgewertet. Ergebnisse Die geschätzte Rücklaufquote betrug 30% (534 von 1760 versandten Fragebögen plus Schneeballverfahren). Von allen befragten Einrichtungen/Trägern bestätigten 204 Einrichtungen/Träger aus 15 Bundesländern die Vergabe von Drogenkonsumutensilien. Dies entspricht einer bestätigten Vergabe seitens mindestens einer Einrichtung/eines Trägers in 21% der Land- und 48% der Stadtkreise. Spritzen (97%), Nadeln (96%) und Vitamin C (90%) waren die am häufigsten vergebenen Utensilien für den injizierenden Drogenkonsum. Geschnittene Aluminiumfolie (79%) und Pfeifen (28%) für den inhalativen Konsum sowie Sniffröhrchen (43%) für den nasalen Konsum wurden weniger häufig vergeben. Im Durchschnitt wurden 2021 von den antwortenden Einrichtungen/Trägern 127 Nadeln und 84 Spritzen pro drogeninjizierende Person vergeben, mit deutlichen regionalen Unterschieden. Fast ein Drittel der Einrichtungen/Träger schätzte das zur Verfügung stehende Budget als nicht ausreichend ein. Insgesamt standen den Einrichtungen/Trägern im Median 2000€ (Spanne: 0-195.000€) für die Vergabe von Drogenkonsumutensilien zur Verfügung. Schlussfolgerungen Auf nationaler Ebene scheint Deutschland basierend auf diesen Ergebnissen aktuell deutlich von der Erreichung der WHO-Zielvorgaben entfernt zu sein. Die Datengrundlage ist jedoch dadurch limitiert, dass nicht aus allen Gebieten Angaben zur Konsumutensilienvergabe vorlagen. Um die entsprechenden Zielvorgaben zu erreichen, sollte Deutschland seine Programme zur Vergabe von Drogenkonsumutensilien ausweiten und die Aktivitäten zur Schadensminimierung intensivieren. Faktoren, die eine Vergabe von Drogenkonsumutensilien beeinflussen können, wie das zur Verfügung stehende Budget, die geographische Lage der Einrichtung und die Größe der Konsumierendenpopulation, deren Konsumverhalten, die Vergabeart und der Vergabeort sollten weiter untersucht werden. Entsprechende Erkenntnisse können dazu beitragen, Infektionen im Rahmen des Drogenkonsums zu reduzieren. Publication History Article published online: 08 March 2023 © 2023. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany
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Le contrôle bibliographique ouvert
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- Titre Crossref
- saferKONSUM – Eine Querschnittsstudie zur Vergabe von Drogenkonsumutensilien als Maßnahme des Infektionsschutzes in Deutschland, 2021
- Date Crossref
- 01/03/2023
- Éditeur
- Georg Thieme Verlag KG
- Type
- journal-article
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Où se fait cette recherche
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Robert Koch Institute Abteilung für Infektionsepidemiologie pays non établi dans la noticeOrganisme public
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European Centre for Disease Prevention and Control pays non établi dans la noticeOrganisme public
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IFT Institut für Therapieforschung pays non établi dans la noticeStructure de recherche
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Deutsche AIDS-Gesellschaft pays non établi dans la noticeOrganisation à but non lucratif
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European Programme for Intervention Epidemiology Training (EPIET) pays non établi dans la noticeInstitution
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Postgraduiertenausbildung für angewandte Epidemiologie (PAE) am Robert Koch-Institut pays non établi dans la noticeStructure de recherche
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Deutsche Aidshilfe pays non établi dans la noticeInstitution
Abteilung für Infektionsepidemiologie — Robert Koch Institute, European Centre for Disease Prevention and Control et IFT Institut für Therapieforschung, avec 4 autres affiliations.
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