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Medizinisch klinische Diagnostik bei Schimmelpilzexposition in Innenräumen – Update 2023 (AWMF-Register-Nr. 161/001)

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Zusammenfassung Die von der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) federführend aktualisierte Leitlinie „Medizinisch klinische Diagnostik bei Schimmelpilzexposition in Innenräumen – Update 2023“ ist Gegenstand des vorliegenden Beitrags. Schimmelwachstum im Innenraum ist als ein potenzielles Gesundheitsrisiko zu betrachten, auch ohne dass ein quantitativer und/oder kausaler Zusammenhang zwischen dem Vorkommen einzelner Arten und Gesundheitsbeschwerden gesichert werden kann. Es liegt keine Evidenz für einen kausalen Zusammenhang zwischen Feuchte-/Schimmelschäden und Krankheiten des Menschen vor. Wesentliche Gründe dafür sind das ubiquitäre Vorkommen von Schimmelpilzen und und bislang unzureichende diagnostische Methoden. Es liegt lediglich ausreichende Evidenz für folgende Assoziationen von Feuchte-/Schimmelschäden und folgenden Erkrankungen vor: allergische Atemwegserkrankungen, allergische Rhinitis, allergische Rhinokonjunktivitis, Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA), andere Allergische bronchopulmonale Mykosen (ABPM), Aspergillom, Aspergillus-Bronchitis, Asthma (Manifestation, Progression, Exazerbation), Begünstigung von Atemwegsinfekten, Bronchitis (akut, chronisch), Community-acquired Aspergillus-Pneumonie, Exogen-allergische Alveolitis (EAA), invasive Aspergillosen, Mykosen, Organic Dust Toxic Syndrome (ODTS) [Arbeitsplatzexposition], pulmonale Aspergillose (subakut, chronisch) und Rhinosinusitis (akut, chronisch invasiv oder granulomatös, allergisch). Dabei ist das sensibilisierende Potenzial von Schimmelpilzen im Vergleich zu anderen Umweltallergenen deutlich geringer einzuschätzen. Aktuelle Studien zeigen europaweit eine vergleichsweise geringe Sensibilisierungsprävalenz von 3–22,5 % gemessen an der Gesamtbevölkerung. Eingeschränkte oder vermutete Evidenz für eine Assoziation liegt vor hinsichtlich des atopischen Ekzems (atopische Dermatitis, Neurodermitis, Manifestation), Befindlichkeitsstörungen, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Geruchswirkungen, Mucous Membrane Irritation (MMI) und Sarkoidose. Inadäquate oder unzureichende Evidenz für eine Assoziation liegt vor für akute idiopathische pulmonale Hämorrhagie bei Kindern, Arthritis, Autoimmunerkrankungen, chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS), Endokrinopathien, gastrointestinale Effekte, Krebs, luftgetragen übertragene Mykotoxikose, Multiple chemische Sensitivität (MCS), Multiple Sklerose, neuropsychologische Effekte, neurotoxische Effekte, plötzlicher Kindstod, renale Effekte, Reproduktionsstörungen, Rheuma, Schilddrüsenerkrankungen, Sick-Building-Syndrom (SBS), Teratogenität und Urtikaria. Das Infektionsrisiko durch die in Innenräumen regelmäßig vorkommenden Schimmelpilzarten ist für gesunde Personen gering, die meisten Arten sind in die Risikogruppe 1 und wenige in 2 (Aspergillus fumigatus, Aspergillus flavus) der Biostoffverordnung eingestuft. Nur Schimmelpilze, die potenziell in der Lage sind, Toxine zu bilden, kommen als Auslöser einer Intoxikation in Betracht. Ob im Einzelfall eine Toxinbildung im Innenraum stattfindet, entscheiden die Umgebungs- und Wachstumsbedingungen und hier vor allem das Substrat. Von Geruchswirkungen und/oder Befindlichkeitsstörungen kann bei Feuchte-/Schimmelschäden im Innenraum grundsätzlich jeder betroffen sein. Hierbei handelt es sich nicht um eine akute Gesundheitsgefährdung. Prädisponierende Faktoren für Geruchswirkungen können genetische und hormonelle Einflüsse, Prägung, Kontext und Adaptationseffekte sein. Prädisponierende Faktoren für Befindlichkeitsstörungen können Umweltbesorgnisse, -ängste, -konditionierungen und -attributionen sowie eine Vielzahl von Erkrankungen sein. Besonders zu schützende Risikogruppen bezüglich eines Infektionsrisikos sind Personen unter Immunsuppression nach der Einteilung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI), Personen mit schwer verlaufender Influenza, Personen mit schwer verlaufender COVID-19 und Personen mit Mukoviszidose (zystischer Fibrose), bezüglich eines allergischen Risikos Personen mit Mukoviszidose (zystischer Fibrose) und Personen mit Asthma bronchiale. Die rationale Diagnostik beinhaltet die Anamnese, eine körperliche Untersuchung, eine konventionelle Allergiediagnostik einschließlich gegebenenfalls Provokationstests. Zum Vorgehen bei Schimmelpilzinfektionen wird auf die entsprechenden Leitlinien verwiesen. Hinsichtlich der Mykotoxine existieren zurzeit keine brauchbaren und validierten Testverfahren, die in der klinischen Diagnostik eingesetzt werden könnten. Präventivmedizinisch ist wichtig, dass Schimmelpilzbefall in relevantem Ausmaß aus Vorsorgegründen nicht toleriert werden darf. Zur Beurteilung des Schadensausmaßes und zum Vorgehen wird auf den „Schimmelpilzleitfaden“ des Umweltbundesamtes verwiesen.

Ce résumé expose les affirmations des auteurs. BNTIC ne l’interprète pas comme une validation indépendante des résultats.

Le contrôle bibliographique ouvert

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Titre Crossref
Medizinisch klinische Diagnostik bei Schimmelpilzexposition in Innenräumen – Update 2023 (AWMF-Register-Nr. 161/001)
Date Crossref
09/02/2024
Éditeur
Georg Thieme Verlag KG
Type
journal-article

Ce recoupement confirme des métadonnées liées au DOI. Il ne confirme ni la méthode ni les conclusions de l’étude, et il ne compte pas comme une seconde source scientifique indépendante.

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Gesundheitsamt, Landesamt für Landwirtschaft et Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, avec 9 autres affiliations.

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