Traditionell angewandte Drogen bei unkomplizierten Entzündungen der ableitenden Harnwege verursacht durch uropathogene E. coli.
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Unkomplizierte Infektionen der ableitenden Harnwege (uncomplicated urinary tract infections, UTI) stellen volkswirtschaftlich ein relevantes Krankheitsbild dar. Sie verursachen durch die hohe Rezidivrate einen häufig großen Leidensdruck und erfordern zahlreiche, meist antibiotische Behandlungen. Im Rahmen einer systematischen Untersuchung traditionell gegen UTI eingesetzter Arzneipflanzen wurde innerhalb einer In-vitro-Teilstudie untersucht, inwieweit solche Drogen potenzielle antiadhäsive Effekte gegenüber uropathogenen Escherichia coli (UPEC) und deren Erkennungs- und Anheftungsstrategien an humane Blasenzellen aufweisen. Nach Literaturrecherche und einem validierten Selektionsprozess wurden 20 Arten für weiterführende Untersuchungen ausgewählt. Für 5 Drogen wurden deutliche antiadhäsive Effekte identifiziert, die eine signifikante Verminderung des Anheftens der Bakterien an die Wirtszelle belegen. Extrakte aus den Rhizomen von Agropyron repens L. und aus Maisgriffeln ( Zea mays L.) reduzierten die bakterielle Adhäsion deutlich (IC 25 = 630 μg/ml und IC 50 = 1040 μg/ml), wobei gezeigt werden konnte, dass diese Extrakte Hemmwirkung auf Adhäsionsproteine der Bakterienaußenseite aufweisen. Extrakte aus Birkenblättern, Orthosiphonblättern und Brennnesselkraut wiesen ebenfalls deutliche antiadhäsive Effekte gegenüber UPEC auf, wobei in diesem Fall UPEC-bindende Stellen der Blasenzellen als Angriffspunkt identifiziert werden konnten. Kombinationen von Extrakten, die ihren Angriffspunkt auf der Bakterienaußenseite haben ( Z. mays, A. repens ) mit Auszügen, die gegenüber der Wirtszellseite interagieren ( Orthosiphon spp.), zeigten signifikante synergistische Effekte mit deutlich reduzierten IC50-Werten. Die vorliegenden Untersuchungen belegen, dass einige der häufig gegen UTI eingesetzten Arzneidrogen deutliche antiadhäsive Effekte aufweisen. Die gezielte Kombination unterschiedlicher Drogen, wie sie traditionell häufig in Blasen-Nieren-Tees durchgeführt wird, erscheint aufgrund unterschiedlicher molekularer Targets gerechtfertigt und sollte phytotherapeutisch in der klinischen Praxis gezielt genutzt werden.
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Contrôle bibliographique ouvert
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- Titre Crossref
- Traditionell angewandte Drogen bei unkomplizierten Entzündungen der ableitenden Harnwege verursacht durch uropathogene E. coli.
- Date Crossref
- 25/10/2013
- Éditeur
- Georg Thieme Verlag KG
- Type
- journal-article
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