Modulation der bewegungsabhängigen interhemisphärischen Konnektivität im longitudinalen Verlauf nach einem Schlaganfall
Le résumé fourni par la source
Fragestellung: Bildgebungsstudien zeigten, dass im frühen Stadium nach Schlaganfall die Aktivität in kontraläsionellen motorischen Zentren hoch ist und im Verlauf in Abhängigkeit von der Funktionswiederherstellung abnimmt (Ward et al., 2003; Cramer, 2004). Vom therapeutischen Standpunkt betrachtet, erscheint es sinnvoll, die kompensatorische Aktivität der kontraläsionellen Hemisphäre, z.B. mit Neurostimulation, zu steigern (Hummel and Cohen, 2005). Andererseits weisen erste Daten darauf hin, dass im chronischen Stadium eine vermehrte Aktivierung des kontraläsionellen Motorkortex einen inhibitorischen Einfluss auf ipsiläsionelle motorische Zentren hat und Ausdruck defizitärer funktioneller Erholung sein könnte (Murase et al., 2004). Methoden: Um den Verlauf der interhemisphärischen Konnektivität nach Schlaganfall zu charakterisieren, untersuchten wir longitudinal (akut: 3. [d3], 7. Tag [d7]; subakut: 6 Wochen [d42] nach Infarktereignis) mit transkranieller Doppelpuls-Magnetstimulation (dpTMS) die bewegungsassoziierte interhemisphärische Inhibition (event-related IHI, ER-IHI) an Patienten mit subkortikalem Infarkt und einer alters- und geschlechtsäquivalenten Kontrollgruppe während einer einfachen Reaktionszeitaufgabe (Abspreizen des paretischen Zeigefingers nach einem „GO“-Signal). Wir applizierten dpTMS (Testpuls über der ipsiläsionellen primärmotorischen Repräsentation des ersten dorsalen Interosseusmuskels, konditionierender Puls über dem homologen kontraläsionellen Areal) zu vier verschiedenen Zeitpunkten vor dem EMG-Beginn (20%, 50%, 80% und 95% der Reaktionszeit). Ergebnisse: Im akuten Stadium (d3, d7) fanden wir bei Patienten im Gegensatz zu Gesunden keine Modulation der ER-IHI, sondern eine persistierende IHI zu allen Zeitpunkten. Im subakuten Stadium (d42) zeichnete sich eine Reduktion der IHI in der späten Phase der Bewegungsvorbereitung mit leichter Fazilitation kurz vor Bewegungsbeginn ab. Dieses Muster ähnelte dem Verlauf der IHI bei den Kontrollprobanden. Schlussfolgerungen: Diese Ergebnisse zeigen eine dynamische Entwicklung der physiologischen ER-IHI im Verlauf von 6 Wochen nach Schlaganfall mit Erholungstendenz bereits in der Subakutphase. Die Daten sind ein weiterer Hinweis für eine stadienabhängige Modulation kortikaler und interregionaler inhibitorischer Prozesse nach Schlaganfall. Sie legen nahe, dass Interventionen mit dem Ziel, kortikale Exzitabilität zu modulieren, ein präzises Timing nach dem ischämischen Ereignis erfordern.
Ce résumé expose les affirmations des auteurs. BNTIC ne l’interprète pas comme une validation indépendante des résultats.
Le contrôle bibliographique ouvert
DOI retrouvé dans Crossref DOI retrouvé ; titre concordant.
- Titre Crossref
- Modulation der bewegungsabhängigen interhemisphärischen Konnektivität im longitudinalen Verlauf nach einem Schlaganfall
- Date Crossref
- 01/09/2008
- Éditeur
- Georg Thieme Verlag KG
- Type
- journal-article
Ce recoupement confirme des métadonnées liées au DOI. Il ne confirme ni la méthode ni les conclusions de l’étude, et il ne compte pas comme une seconde source scientifique indépendante.