Onkologische Aspekte der zytoprotektiven Response im atrophischen Lebergewebe nach einer Pfortaderastligatur
Le résumé fourni par la source
Die Leberresektion gilt als einzige kurative Moglichkeit bei der Behandlung von malignen Lebertumoren. Aufgrund der ausgepragten Regenerationsfahigkeit der Leber konnte problemlos bis zu 60% seines gesamten Volumens ohne Beeintrachtigung der gewebespezifischen Funktionen entfernt werden. Bei kritischer erweiterter Leberteilresektion wird in der Klinik eine praoperative Pfortaderastembolisation durchgefuhrt, um einem moglichen postoperativen Leberversagen entgegenzuwirken. Das Ziel dieser Technik ist die Induktion einer Hypertrophie des tumorfreien Leberanteils und einer Atrophie des befallenen Leberanteils. Als unerwunschte Nebeneffekte nach der Durchfuhrung dieser Methode konnte nach vorhandenen klinischen Daten eine Tumorinvasion und die Verkurzung des Metastasierungsintervals beobachtet werden. Als mogliche Ursachen dafur wurden verschiedene Faktoren diskutiert, die einerseits als Unterstutzungs- bzw. Anpassungsreaktion des Lebergewebes auf die entstandenen hamodynamischen Veranderungen bzw. die unphysiologischen hypoxischen Bedingungen nach der Pfortaderastokklusion betrachtet werden, und anderseits bei der Tumorinvasion, -angiogenese und -immunresistenz potentiell eine Rolle spielen. In dieser vorliegenden Studie wurde die Genexpression von egr-1, hmox-1, hsp-70, sowie uPA, sein Rezeptor uPAR und sein Inhibitor pai-1 im Lebergewebe als Vertreter solcher zytoprotektiver tumorwachstumsfordernder Faktoren bestimmt. Um die zeitlichen, ortlichen und situativen Bedingungen der Induktion dieser Faktoren im Lebergewebe selektiv zu bestimmen, haben wir Leberproben aus scheinoperierten Ratten als Analogmodell der chirurgischen traumatischen Bedingungen, Proben aus dem ligierten Lebergewebe der Ratten nach einer Pfortaderastligatur als Analogmodell zu atrophischen Bedingungen, sowie Proben aus nicht ligierten Lebergewebe der Ratten nach einer Pfortaderastligatur und Proben aus Lebergewebe der Ratten nach einer Leberteilresektion als Analogmodell zu regenerativen Bedingungen in bestimmten zeitlichen Abstanden entnommen. Aus den Proben wurde die mRNA isoliert und anhand von RT-PCR und Northern-Blot-Hybridisierung die Genexpression der o.g. Faktoren bestimmt. Nach Durchfuhrung der Versuche wurde im ligierten Lebergewebe nach der Pfortaderastligatur eine selektive Induktion von egr-1-mRNA, hmox-1, und hsp-70 in spateren Stadien der Leberatrophie im Gegensatz zur Leberregeneration und Scheinoperation festgestellt. Die Resultate der uPA- und uPAR-Expression zeigten im atrophierten und im regenerierten Lebergewebe keine signifikanten Veranderungen. Pai-1 zeigte eine selektive Induktion sowohl im regenerierten Lebergewebe nur nach der partiellen Hepatektomie, als auch im atrophierten Gewebe nach der Pfortaderastligatur. Da die Pfortaderastembolisation in der Klinik zur einer Atrophie des mit Metastasen bzw. Tumoren besiedelten Lebergewebes fuhrt, und die Leberatrophie mit einer erhohten Expression der oben untersuchten Faktoren verbunden ist, konnte man davon ausgehen, dass diese auch in Tumoren bzw. Metastasen verstarkt expremiert werden und dadurch Wachstums, Angiogenese und Invasion fordern.
Ce résumé expose les affirmations des auteurs. BNTIC ne l’interprète pas comme une validation indépendante des résultats.